Tschernobyl und die gesperrte Zone. Relikte aus Utopia

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 stellt eines der einschneidendsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts dar. Ein Unfall dieses Ausmaßes war bis dahin in der Kerntechnik nicht vorstellbar. Durch die Katastrophe veränderte sich das Leben sehr vieler Menschen radikal. Nur dem Einsatz hunderttausender Liquidatoren ist es zu verdanken, dass die weitflächige radioaktive Kontamination schrittweise eingedämmt werden konnte. Viele bezahlten ihren Einsatz mit dem Leben. Zum Schutz der in der Region angesiedelten Bevölkerung im Umkreis des Kraftwerks wurden Dörfer und Siedlungen evakuiert und teils vollständig dem Erdboden gleichgemacht. Etwa 350 000 Menschen wurden aus dem zur Sperrzone erklärten Gebiet umgesiedelt. Neben den Fotos des havarierten Kraftwerks gingen auch die Aufnahmen aus der verlassenen Stadt Prypjat, in der einst knapp 50 000 Menschen lebten, um die Welt und prägten eine ganze Generation.

Seit sich die gesperrte Zone rund um Tschernobyl 2011 für einen kontrollierten Tourismus öffnete, besuchen auch immer mehr Fotografen diesen besonderen Un-Ort. Vier Fotografen blicken 35 Jahre nach der Katastrophe in ihre Bildarchive, um die spannendsten Motive des heutigen Zustandes einem breiten Publikum vorzustellen. Die gezeigten Fotos stammen aus einer Reihe von Besuchen im ukrainischen Teil der Sperrzone von Tschernobyl im Zeitraum von 2011 bis 2019. Neben dem Schwerpunkt Prypjat werden das Kernkraftwerk, die ehemalige Kreisstadt Tschernobyl sowie das gewaltige Überhorizontradar DUGA porträtiert.

Für Abenteurer und Fotografen die selbst einen Besuch der geesperrten Zone rund um Tschernobyl planen, bereichern zusätzlich Lageangaben und der Form von GPS-Koordinaten diesen außergewöhnlichen Fotoband.

Erschienen: April 2021
Ausstattung: Hardcover
Format: 23,0 x 26,0 cm
Seitenzahl: 180
Abbildungen s/w: 6
Abbildungen farbig: 150
ISBN: 978-3-946438-10-6
Preis: 35 EUR

Die Fotografen:

Frank Brück entdeckte 1986 die Fotografie für sich, seine Leidenschaften sind die Landschaft, Reise und Personenfotografie. Mit seinen Analogen und Digitalen Kameras ist er häufig an einsamen und auch verlassenen Orten in Nordamerika und Europa unterwegs.

Olaf Düber kam vergleichsweise spät zur Fotografie und stellte schnell fest, dass es sich hervorragend mit seiner Leidenschaft für das Reisen verbinden lässt. Sein Hauptinteresse gilt dabei der Fotografie von Lost Places sowie Landschaften, wobei abgelegene Orte, Wüsten und Polargebiete zu seinen favorisierten Reisezielen gehören.

Martin Kaule entdeckte vor mehr als 20 Jahren seine Faszination für außergewöhnliche und zeitgeschichtlich aufgeladene Erinnerungsorte. Seitdem ist er nicht nur mit der Kamera unterwegs, sondern hat schon zahlreiche Bücher veröffentlicht. Daneben organisiert Martin Reisen etwa nach Tschernobyl und Spitzbergen.

Ralf Pageler Als Ralf 2001 das erste mal durch eine verlassene Molkerei schlich und diese fotografierte erlag er dem Charme des Maroden. Seitdem führt ihn diese Vorliebe zu verlassenen Orten auf der ganzen Welt. Seine Arbeiten wurden bereits in mehreren Ausstellungen und Galerien gezeigt.

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